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Redebeitrag von Eckart George am 21.10.2017 zur Delegiertenversammlung der Liberalen Senioren in Kassel zum Thema Digitalisierung

Für mich werfen sich als Liberaler Senior zum Thema DIGITALISIERUNG und BILDUNG die Fragen auf:
Welchen Einfluss hat eigentlich die Digitalisierung für die Älteren in unserer Gesellschaft, was könnte sich verändern,
Bedeutet Digitalisierung Ausgrenzung und Diskriminierung?
Letztere Frage muss ich mit einen klaren nein beantworten, wenn mit Verantwortungsbewusstsein und mit menschlichen Gefühl an diese Thematik herangegangen wird, sollten diese Möglichkeiten von modernen Techniken genutzt werden, gerade auch im höheren Alter , auch in Kommunikation, der Pflege, in der Telemedizin, und anderes. Es muss nicht jeder ein Computer oder Smartphone haben.
Wir Liberale Senioren treten für das selbstbestimmte Leben bis ins hohe Alter ein, um auch so lang wie möglich in eigenen Räumen wohnen zu können.
Dabei hilft die Digitalisierung die Selbstständigkeit zu erhalten. Wir werden aber unsere Wünsche nach mehr Selbstständigkeit im Alter allerdings ohne Digitalisierung nicht erreichen. All diejenigen die der neuen Technik gegenüber nicht offen genug sind, bleiben durchaus auf der Strecke. Es ist ungeheuer wichtig im Alter digitale Kompetenz zu erwerben und zu erhalten. Der Umgang mit einer ständigen Erreichbarkeit und die Informationsflut müssen ausgewogen sein, um keine digitale Überforderung zu haben.
Dabei können selbstdenkende Hilfsmittel in Haushalt und Technik mit einfacher, altersgerechten Bedienung helfen.
 

 

Durch die Digitalisierung rückt auch die Familie näher zusammen. Durch Skype statt Telefon oder über WhatsApp mit den Enkeln korrespondieren, digitales Banking ausführen oder Telemedizin nutzen oder „Googeln“. Digitalisierung ist immer noch ein Hilfsmittel zur Vereinfachung unseres Zusammenlebens, immerhin steht der Mensch noch im Vordergrund. Klar kann man einem Demenzkranken nicht mit den modernen Medien konfrontieren, aber man kann medial seine Erinnerungswelt auffrischen. Gerade auch in der Forschung widmen man sich mit Aktivitäten zur Unterstützung von Menschen mit Demenz durch moderne Technik.

Es wird zukünftig viele Möglichkeiten geben, um auch für Pflegekräfte die Arbeit durch Digitalisierung zu vereinfachen, um mehr Kommunikativ sich den Patienten zu widmen.

Weiterhin sehe ich Handlungserfordernisse für die Weiterbildung im höheren Lebensalter, gerade auch durch die Digitalisierung. Die Bildungsaktivitäten müssen bereits in der späten Erwerbsphase beginnen und sich in der Altersphase fortsetzen. Soll die Lernaktivität Älterer gesteigert werden bedarf es einer bildungspolitischen Handlungsstrategie.

Wir müssen auf den Weg einer Bildungsoffensive auch die Personengruppen mit geringen Weiterbildungserfahrungen mitnehmen. Ohne eine Erhöhung der Bildungsbeteiligung aller Bevölkerungsgruppen kann eine Strategie des „aktiven Alterns“ nicht realisiert werden. Aus der Politik lassen sich neben Absichtserklärungen keine klaren Handlungskonzepte erkennen, die zu Bildungsanstrengungen ermutigen und Lernanreize schaffen.

Dabei sollte sich auch an den Fragen orientiert werden,

Welche Bildungsinteressen haben Ältere und

wie könnte eine verbesserte Angebotsstruktur für die Weiterbildung aussehen?


Meine Damen und Herren,

Der Themenkomplex Bildung und Digitalisierung sollten durch die Liberalen Senioren in den Landesverbänden und auch im Bundesverband aufgenommen und konkretisiert werden. Gemeinsam mit der jüngeren Generation, den Jungen Liberalen und auch den Landes- und Bundestagsmitgliedern müssen wir diese Verbindungen nutzen, die Ideen, Hinweise und auch Bedenken der älteren Generation zu den Kernthemen zu diskutieren und in die Politik einzubringen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe über Generationen hinweg und keiner sollte auf der Strecke bleiben.

 


Eckart George


Stellv. Bundesvorsitzender der Liberalen Senioren

10.11.2017