Einblicke – Das Pflichtbewusstsein der Älteren in unserer Gesellschaft

Dieses Jahr möchte ich in meinem Jahresrückblick nicht resümieren, sondern ein paar Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens ansprechen. Gerade in der jetzigen Pandemiezeit ist es wichtig die Menschen an Perspektiven zu erinnern, die positive Ausstrahlungen wieder geben. Dies hat unsere Lebenserfahrungen aus der Geschichte uns Älteren aufgezeigt. Zwischen den Generationen zeigen sich immer mehr Risse und Auseinandersetzungen. Insbesondere ist aktuell, die Impfpflicht oder der Klimaschutz ein Reizthema geworden. Hier muss ein ausgewogener Dialog beginnen, mit einem Verständnis zum Zuhören und Verstehen, aus der Sicht der Anderen. Dies geht nur in dem offen und ehrlich miteinander über Altersgrenzen hinweg. Ein Dialog über Generationen hinaus ist eine ureigene liberale Eigenschaft. Dazu müssen auch wir Liberale Senioren Verantwortung zeigen. Wir sollten wieder lernen Kompromisse in unsere Gesellschaft zutragen und zu leben. Das ist nicht immer einfach, aber trägt zum gegenseitigen Verständnis bei.
In unserer Gesellschaft wird immer nur von Verjüngung in Parlamenten, Gremien und Institutionen gesprochen, aber unsere Gesellschaft wird älter. In Sachsen ist schon ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre. Für die Mehrheit ist Ruhestand keine Option. In vielen Bereichen bringen sie Ihr Engagement und Lebenserfahrung ein. Es muss ein Umdenken bei der Besetzung von Ämtern in Politik und Gesellschaft geschehen, denn Entscheidungen brauchen auch Weitblick und Lebenserfahrungen. Altersgrenzen sind veraltet, dies ist Diskriminierung und Ausdruck von sozialer und ökonomischer Benachteiligung.
Bei vielen Senioren ist „Rente nicht gleich Couch und Sessel“, sie engagieren sich im Ehrenamt um aktiv zu bleiben, in Vorständen von Vereinen, in gemeinnützigen Einrichtungen oder in Kirchgemeinden, Naturschutz und der Pflegebetreuung. Sie werden nicht müde anderen Mut zu machen. Dies sind Helden des Alltags. Auch die Jüngeren sollten sich wieder Vorbilder unter den Älteren suchen um sich daran zu orientieren.
Vorbilder sind Richtungsweiser - Sie erinnern an das, was wirklich wichtig ist im Leben. Sie erinnern uns an unsere Werte und Ideale, unsere Träume und Lebensziele. Vorbilder sind richtungsweisend in Bezug auf das, was wir persönlich als wertvoll und sinnvoll betrachten. Vorbilder vertreten bestimmte Wertevorstellungen, wie Familie, Freundschaft, Partnerschaft, Erfolg, aber auch durch Beobachtung können Werte gefunden werden. Unsere Werte sind nicht in Stein gemeißelt. Im Laufe des Lebens verändern sich auch die Prioritäten, dann treten vielleicht Erfolg und Ansehen in den Hintergrund und andere Prämissen werden gesetzt. Auch in den zwischenmenschlichen Begegnungen müssen die Spannungen und Konflikte durch eine wertegeführte Kommunikation gelöst werden. Sie ist eine Botschaft, um Wünsche, Erwartungen und Gefühlen auszutauschen. Diese Kommunikationsfähigkeit ist ein Teil von sozialer Intelligenz – ein Anteil unserer Persönlichkeit der uns befähigt mit Menschen gut auszukommen, uns verständlich zu machen. Von entscheidender Bedeutung für das Zusammenleben in einer freien Gesellschaft ist die Verantwortung des Einzelnen gegenüber den Mitmenschen. Deshalb sind Toleranz und Solidarität wesentliche Werte für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.
In diesem Sinne sollten wir das Neue Jahr 2022 beginnen!
Eckart George
Landesvorsitzender der
Liberalen Senioren Sachsen
Dezember 2021