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Liberale Senioren

Seniorenbrief 2010-2

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

„Das war’s wohl noch lange nicht“

dieses Motto zum 30jährigen Jubiläum der Jungen Liberalen passt auch auf uns Liberale Senioren. Ist doch der Eintritt in ein höheres Lebensalter für viele mit neuen Herausforderungen und Chancen verbunden.
Mit Chancen in der Berufswelt: Immer mehr setzt sich vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die Überzeugung durch, dass sich die Wissenspotentiale des Nachwuchses hervorragend verbinden lassen mit den Erfahrungspotentialen der Älteren.
Mit Chancen in der Bildung: Lassen sich doch das wissenschaftliche Know-how und die theoretischen Kenntnisse des Schul- und Hochschulnachwuchses in idealer Weise verknüpfen mit den praktischen Ergebnissen jahrzehntelang angewandter Forschung u. Tätigkeiten.
Oder mit Chancen bei der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Der Staat als Gemeinwesen gewinnt durch die mitmenschlichen Empfindungen aus Lebensbiographien, die in das Alltagsleben der Jüngeren einfließen sollten, statt in den Archiven zu verstauben, und kann so wieder zu einer Wertegesellschaft werden.Und das alles auf Grundlage unseres liberalen Weltbildes der Offenheit, der Toleranz und des wechselseitigen Respekts vor individuellen Leistungen. Politik mit Herz und Hand und Verstand. Mitfühlender Liberalismus, wie ihn unser Generalsekretär Christian Lindner neu definiert.
Mitfühlender Liberalismus, der nicht jeden Moslem zum radikalen Islamisten macht, der nicht jeden Hartz IV-Empfänger zum sozialen Schmarotzer degradiert,der nicht jeden Arbeitslosen zu den Arbeitsscheuen zählt,
der nicht jeden Fremden in seiner Andersartigkeit zum Außenseiter macht.  Mit Stammtischliberalismus können wir unsere Glaubwürdigkeit nicht zurückgewinnen. Auch nicht mit der Hatz nach populistischen tagespolitischen Erfolgen.Jetzt ist liberale Standfestig-keit gefragt, gepaart mit Mitmenschlichkeit und Gemeinsinn.
Erinnern wir uns an Otto Graf Lambsdorff, Professor Werner Maihofer, Karl-Hermann Flach, Walter Scheel oder Lord Dahrendorf. Messen wir uns nicht an den schnellen persönlichen Karrieren, sondern an gewachsenen Leitbildern. Auch die hatten Schwächen und Zweifel – aber sie wussten offen damit umzugehen!
Zunächst zum Wohle des Liberalismus, dann erst zu Ihrem persönlichen Wohle!

Glückauf, denn das war’s wohl lange noch nicht !

Detlef Parr

Bundesvorsitzender

 

 

 

 

24.12.2010